Folge 96 mit Guido Augustin
Nur 0,5 Prozent aller Wohnimmobilien in Deutschland werden mit Home Staging verkauft. Guido Augustin erklärt, warum Makler damit sicherer zum Notar kommen.
Alex Stadler · Immo Marketing Podcast · 4 Min. Lesezeit
Das nimmst du aus dieser Folge mit

Dein Auto bringst du vor dem Verkauf in die Waschanlage. Du lässt kleine Kratzer ausbessern. Du holst dir noch die frische TÜV-Plakette.
Und dein Haus? Das stellst du oft genau so auf den Markt, wie es gerade ist. Leer. Kalt. Oder voll mit der alten Couch von Oma.
In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Guido Augustin von Cornelia Augustin Home Staging darüber, warum fast der ganze deutsche Immobilienmarkt beim Thema Home Staging noch schläft.
Guido ist kein Theoretiker. Seine Frau Conny hat das Unternehmen vor knapp zwölf Jahren gegründet, Guido ist seit sechs Jahren voll mit an Bord. Heute beliefern sie ganz Deutschland sternförmig aus Mainz.
0,5 Prozent: Der Markt ist noch komplett offen
Guido wollte wissen, wie groß sein Markt eigentlich ist. Also hat er sich Gutachterzahlen aus Mainz angeschaut und Portale ausgewertet.
Auch Holland, Skandinavien und England sind weiter. Vor uns liegt laut Guido ein Marktfaktor von 80. Selbst wenn er sich um die Hälfte verrechnet hat, bleibt da noch riesig viel Luft.
Deshalb sieht Guido andere Home Stager auch nicht als Konkurrenz. Sondern als Mitstreiter, die gemeinsam Eigentümer, Makler, Bauträger und Investoren überzeugen.
Makler wollen nicht mehr Provision. Sie wollen zum Notar.
Am Anfang hat das Team Maklern gesagt: Mit Home Staging steigt der Preis, also steigt auch deine Provision. Klingt logisch. Hat aber nicht funktioniert.
Denn ein paar hundert oder ein paar tausend Euro mehr wiegen das Risiko nicht auf. Wer ein Objekt sechs oder zwölf Monate betreut und es dann an einen anderen Makler verliert, hat:
Also haben sie ihre Argumentation geschärft:
Und Guidos Bitte an Makler: Bring uns so früh wie möglich mit dem Eigentümer zusammen. Du musst nicht unsere Argumente bringen und nicht unseren Preis verhandeln.
Was kostet es, nicht zu verkaufen?
Guido hat einen Rechner gebaut, der genau das zeigt.
Das Ergebnis: Nach ungefähr zwei Monaten kippt die Rechnung. Wer mit Home Staging zwei Monate früher verkauft, ist schon im Plus.
Fünf Minuten auf der Couch
Bei Cornelia Augustin gibt es keine Kartonmöbel. Außer in der Küche ist alles echt. Sogar drei ausgehöhlte Konzertflügel stehen im Lager, damit große Wohnzimmer nicht wie Turnhallen wirken.
Guidos Tipp für Makler und Investoren bei der Besichtigung:
Was dann passiert? Die Leute wollen oft gar nicht mehr aufstehen. Und sie fangen an, im Kopf umzuräumen. Die Couch um 90 Grad drehen. Altrosa gegen Hellblau tauschen.
Virtuelles Staging? Gut. Aber mit Sollbruchstelle.
Guido freut sich ehrlich über jede KI-App und jedes virtuelle Staging. Weil es das Bewusstsein für das Thema schärft.
Aber: Die Enttäuschung ist programmiert. Online siehst du die Traumwohnung. Vor Ort stehst du im leeren Raum. Die emotionale Temperatur sinkt. Und das schlägt laut Guido auf den Verkaufserfolg.
Fazit
Home Staging ist kein Deko-Thema. Es ist ein Vertriebsthema. Es macht Immobilien:
Wenn du als Makler nicht mehr nur hoffen willst, dass es klappt, sondern öfter beim Notar sitzen willst: Hör dir diese Folge an.
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